Hochwassersicherung
Schöpfwerk Haselau-Altendeich
Das Schöpfwerk in Haselau Altendeich entwässert die Haseldorfer Marsch. Das Wasser aus den Wettern und Gräben wird mit starken Hochleistungspumpen vom Schöpfwerk aus in die Pinnau gepumpt und fließt von dort aus in die Elbe.
Start für die Hochleistungspumpen
Von links: Sielverbandsvorsteher Hans-Hermann Lienau, Minister Dr. Christian von Boetticher, Oberdeichgraf Prinz Udo von Schoenaich-Carolath
Hochwassersicherung
Künftig ist die Haseldorfer Marsch besser gegen Hochwasserkatastrophen gewappnet. Landwirtschaftsminister von Boetticher hat am 13. Oktober 2006 das Schöpfwerk "Altendeich" nach dessen Ertüchtigung besichtigt und seiner Bestimmung übergeben.
Mit der Schöpfwerksverstärkung wurden die Lehren aus den großen Regenereignissen am 17. und 18. Juli 2002 gezogen, die den Bereich der Haseldorfer Marsch erheblich getroffen hatten. Die Entwässerungsanlagen und das Schöpfwerk waren den Wassermengen nicht gewachsen, so dass es zu flächendeckenden Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen und bebauten Gebieten kam.
Nach enger Zusammenarbeit von Land, Kreis Pinneberg und den betroffenen Verbänden wurde in der Verstärkung des Schöpfwerkes "Altendeich" die Lösung für die Zukunft gefunden. Das Schöpfwerk wurde modernisiert und erhielt neue, um ca. 40 Prozent leistungsstärkere Pumpen. Minister von Boetticher dankte allen Beteiligten für die gelungene Zusammenarbeit und den erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahmen am Schöpfwerk. Mit der Ertüchtigung des Schöpfwerkes sei ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung der Hochwasserabführung umgesetzt.
Die Kosten der Maßnahme beliefen sich auf 505.000 Euro, von denen ca. 50 Prozent das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, 28 Prozent die angeschlossenen Gemeinden und 22 Prozent der Sielverband Haselau-Haseldorf übernommen haben. Zusätzlich wurden 96.000 Euro in die Erstellung einer Studie zur Sicherung des Hochwasserschutzes in der Haseldorfer Marsch investiert; 30 Prozent der hierbei angefallenen Kosten trug der Verband und 70 Prozent das Land, so dass die Landesförderung insgesamt rund 322.000 Euro umfasste.
Die Harke filtert Treibsel aus dem Wasser
Die andere Seite
Blick vom Deich hinter dem Schöpfwerk auf den Zufluss zur Pinnau. Dort, wo man am Horizont einen weiteren Deich erkennen kann, dort fließt die Pinnau der Elbe zu. Die Pumpen des Haselauer Schöpfwerkes befördern die Wassermengen in diesen Pinnau-Zufluss. (Klicken Sie auf das Foto und es öffnet sich größer!)
Bewährungsprobe
Starkregenfälle in der Haseldorfer Marsch
7. Dezember 2007 - Tief "Hannes" brachte stundenlange Starkregenfälle und Sturm mit sich. Der Mühlenteich im Uetersener Rosarium trat über die Ufer, die Fußgängerzone der Innenstadt drohte überflutet zu werden. Die Haseldorfer und Haselauer Feuerwehren wurden alarmiert und halfen ihren Uetersener Kameraden. Die Feuerwehren von Moorrege, Tornesch und Groß Nordende sowie das Technische Hilfswerk Elshorn und Bergedorf rückten ebenfalls an, um das Wasser aus dem Mühlenteich in Richtung Klosterwiesen und Stichhafen zu pumpen.
Das Schöpfwerk in Haselau-Altendeich bestand seine bislang größte Bewährungprobe. Die neuen Hochleistungspumpen liefen im Dauerbetrieb die gesamte Nacht durch. Die kleinere Pumpe schaffte 3,5 cbm Wasser pro Sekunde, die größere Pumpe pumpte 5 cbm/sec. Es lief kein einziger Keller in der Haseldorfer Marsch voll Wasser, es wurde keine Straße überflutet. Lt. Auskunft vom Sielverbandvorsteher Hans-Hermann Lienau hätte er sogar noch 20 Prozent mehr Power geben können. In Anbetracht des Klimawandels eine wichtige Aussage, denn man wird wohl künftig immer öfter mit Starkregenereignissen rechnen müssen.











