Küsterhaus

Das renovierte ehemalige Küsterhaus am 6. November 2010.

Das zwischen der Heilig-Dreikönigskirche, der Hengststation und dem Haselauer Landhaus stehende Haus wurde um das Jahr 1830 erbaut. Im Haus gab es einmal eine Tischlerwerkstatt und einen "Colonialwarenladen" sowie eine Poststelle. Nach dem 2. Weltkrieg wurden in das Haus Wohnungen eingebaut . Seit 1959 besitzt die Kirche das Haus und es wurde als Gemeindehaus und Konfirmandensaal genutzt.

Eines der vier barrierefrei und behaglich eingerichteten Hotelzimmer im 1. Stock.

Bericht Uetersener Nachrichten

Neues Leben im Küsterhaus
Renovierung. Historisches Gebäude bietet Platz für die Kirchengemeinde und das Haselauer Landhaus.Haselau. Von dieser Lösung für das Küsterhaus profitieren alle Beteiligten! Derzeit wird das Haus gründlich renoviert, das zu den ältesten in Haselau gehört. Die Hl. Dreikönigskirche kann bald im Parterre über Räume verfügen, in denen sich Gruppen treffen und Konfirmandenunterricht gegeben wird. Langfristig mietet das Haselauer Landhaus den ersten Stock. Otto Lienau kann zukünftig 20 Betten anbieten, von denen acht barrierefrei sind und teilweise auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden können.
1995 war es, da zog der letzte Küster aus der Wohnung aus. Eine Vermietung gestaltete sich schwierig, denn die Wohnung ist immerhin 140 Quadratmeter groß. Im hinteren Teil des Küsterhauses befindet sich außerdem ein wenig ansehnlicher Raum, in dem sich die Seniorengruppe trifft und Konfirmandenunterricht gegeben wird. „Wir mussten was tun“, stand für Pastor Andreas-Michael Petersen fest.
Vier Jahre wurde geplant. Der Wirt des Haselauer Landhauses signalisierte Interesse, es gab drei verschiedene Entwürfe. Die Finanzierung wurde möglich durch die Ausschüttung von Rücklagen des ehemaligen Kirchenkreises Pinneberg an die evangelischen Gemeinden. Die geschah kurz vor der Fusion zum Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Ein Kredit musste zusätzlich aufgenommen werden, der durch den langfristigen Mietvertrag mit Otto Lienau abgesichert ist.
Mit Aussagen über die Kosten hält sich der Pastor zurück. „Ein Neubau wäre wohl günstiger gewesen“, weicht er aus. Das Interesse der Gemeinde sei groß gewesen, das zwischen 150 und 200 Jahre alte Gebäude zu erhalten. So genau weiß übrigens keiner, wann das Küsterhaus entstanden ist. Nur dass es vor rund 60 Jahren das vorerst letzte Mal renoviert wurde, ist durch Unterlagen nachvollziehbar.
Im Parterre gibt es zukünftig einen großzügig gestalteten Eingangsbereich in Richtung Dorfstraße für den kirchlichen Teil. Der Gruppenraum und die Küche sind größer geworden. Zusätzlich gibt es ein kleinen Raum, etwa für seelsorgerische Gespräche. Der Toilettentrakt ist auch von außen für Friedhofsbesucher zu nutzen. Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen können über einen Fahrstuhl in den ersten Stock, also den Hotelteil gelangen. Dort gibt es bald vier Zimmer, zwei können durch eine Tür gemeinsam genutzt werden. Ein Raum ist extra groß für Rollstuhlfahrer. Alle Zimmer sind hell und geräumig.
Von Thomas Pöhlsen
Uetersener Nachrichten - online Ausgabe - 14.Oktober 2010